ALCHEMIE

Unter den okkulten Wissenschaften ist die Alchemie heute eine der begeisternsten; nicht nur der zahllosen Büchern wegen, die seit ältesten Zeiten über dieses Thema geschrieben wurden, sondern auch aus dem Wunsch heraus mehr über die Glaubwürdigkeit der Berichte über den Stein der Weisen, der auch als Universalmedizin bekannt ist, zu erfahren.

Lange Zeit war Alchemie ein Synonym für Quacksalberei und dubiose Machenschaften. Der Hauptgrund herfür war immer das Fehlen seriöser Publikationen, denn fast alles verfügbare Material waren rohe Imitate alter Traktate, verfaßt von "Bläsern" - Möchtegern-Alchemisten -, in denen sich Absurdes mit mangelndem Wissen vermengt.

Heute haben durch die Publikation von Übersetzungen klassischer Werke der großen Meister die meisten ihre Meinung geändert.

Das Wort Alchemie, abgeleitet vom arabischen "al-kimia", hat dieselbe Bedeutung wie Chemie. Nichtsdestoweniger ist diese Chemie - die früher als Spagyrik bezeichnet wurde - nicht das gleiche wie die heutige, denn sie ist transzendent und spiritueller Natur.

Das arabische "al" bezeichnet das höchste Wesen - den Allerhöchsten -, wie in Al-lah. Alchemie war immer als göttliche Wissenschaft bekannt, die Chemie des Al.

Alchemie ist die Kunst, die Körper mit Hilfe der Natur zur Vollendung zu führen. Als technische Wissenschaft kann Alchemie als eine angewandte Kunst betrachtet werden. Als solche entwickelte sie eine Anzahl von Theorien bezüglich der Zusammensetzung der Materie, der Generation unbelebter und belebter Substanzen et c.

Die alchemistische Sicht der Materie postuliert diese als aus drei fundentalen Prinzipien zusammengesetzt: Sulphur, Merkur und Salz. Wenn diese in unterschiedlichen Proportionen vereint werden entstehen neue Körper.

In Roger Bacons The Mirror of Alchemy lesen wir «...Alchemie ist die Wissenschaft, die lehrt, eine bestimmte Medizin oder ein Elixir zu bereiten, welches, wenn auf ein unvollkommenes Metall geworfen, dieses zur Perfektion führt. »

Die operative Alchemie - eine direkte Anwendung alchemistischer Theorien - ist die Suche nach dem Stein der Weisen. Es umfaßt zwei maßgebliche Aspekte: die universelle Medizin und die Transmutation der Metalle, wobei das eine den substantiellen Beweis des anderen darstellt.

In den meisten Fällen waren Alchemisten auch Ärzte, Philosophen und Astrologen, wie Paracelsus, Albertus Magnus, der hl. Augustinus, Fr. Basilius Valetinus und soviele andere Meister, die heute für ihre zweifellos originalen Werke bekannt sind.

Jeder Meister hatte eine Gruppe von Schülern, die er in die Kunst einführte und an die er sein Wissen weitergab. Darüber hinaus schrieben sie ihr Wissen nieder, damit es die Zeiten überdauere, meistens unter einem Pseudonym, ihre kostbaren Formeln unter Allegorien, Symbolen und Bildern verbergend.

Das Fehlen eines gemeinsamen und statischen Bestandes an Symbolen ist die Hauptschwierigkeit für diejenigen, die darnach trachten, in diese Kunst einzudringen. Alles war - und ist immer noch - von der Einbildungskraft und dem Willen des Autors abhängig.

Ein Alchemist, ungeachtet dem, was die meisten denken, ist kein Goldmacher. Wie oben ausgeführt, ist die Transmutation nur Zeichen der Wahrhaftigkeit der Universalmedizin und des Steines des Weisen.

Heute, wie zu jeder Zeit hat die Alchemie ihre Jünger. Sie finden sich in jedem sozialen Stratum, wie es Cyliani in seinem Hermes Devoilé lehrt: «... Könige der Erde, wie verwundert wäret Ihr, känntet Ihr die große Zahl derer, die sich im Verborgenen Suche nach dem Stein der Weisen hingeben.»

Tausende von Büchern wurden über diese Kunst geschrieben, es scheint, das sie vom Mittelalter bis ins 19te Jahrhundert sehr beliebt war. Nicht nur von hochgestellten Personen, Edelleuten und Rittern, Frommen und Klerikern wurde die Kunst ausgeübt, sondern sogar von Königen und Päpsten, von denen einige Traktate über die Kunst des Hermes verfaßten.

Dies hat augenscheinlich zur Veröffenlichung unzähliger wertloser Bücher geführt, die wenig mit Alchemie zu tun haben.

Heute gibt es eine große Nachfrage für Bücher über die hermetische Kunst. Unglücklicherweise findet man viele ernsthafte Bücher, die in Wirklichkeit reine Spekulationen sind. Meistens werden sie von solchen erworben, die neue Informationen extrahiern wollen oder nur aus reiner Neugierde.

Wir wollen hier keinesfalls behaupten, daß keine seriösen Bücher über die Alchemie geschrieben wurden. Es gibt diese Bücher und sie sind den Forschern und Schülern der Alchemie wohlbekannt. Die meisten finden sich in Sammlungen wie Teatrum Chemicum, der Biblioteca Chemica Curiosa de Mangeti, und weiter der Bibliothèque des Philosophes Chimiques de Salmon.

Rubellus Petrinus

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Experimente von Philalethes
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Farbtafeln aus dem Buch Mutus Liber -1677

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Alchemie

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(Klappentext)
Das große alchemistische Werk (Buchauszung)
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